Mittwoch, 15. Juli 2025, 19: 30 Uhr
Orgelkonzert mit Nathan Laube, Rochester, NY, USA
Wir sind froh und dankbar, in dieser Konzertreihe Nathan Laube präsentieren zu können. Bereits mit 24 Jahren als Professor an die renommierte Eastman School of Music in Rochester berufen, kennt Laube fast alle bedeutenden amerikanischen und europäischen Konzertorgeln, konzertiert weltweit - ein gefragter und stets gerne gesehener Meister seines Fachs; er verfügt über ein unglaublich breites, fünf Jahrhunderte umfassendes Repertoire und ein phänomenales Musikgedächtnis.
Wenn man ihm an der Orgel zusieht: Das Publikum erblickt einen jungen, ruhigen Mann, dem die Komplexität der Orgel mit Manualen und Pedaltastatur absolut vertraut ist und der das gesamte Konzertprogramm zuverlässig auswendig beherrscht.Alles was er an der Orgel unternimmt, sieht leicht, selbst-verständlich, spielerisch aus - auch bei den schwierigstenPassagen bleibt er äußerlich gelassen und meistert alle technischen Klippen mit seiner souveränen, stupenden Technik.
Ganz "homo ludens" spielt er im wahrsten Sinne des Wortes Orgel.
Laubes interpretatorische Devise äußert sich in einer vollkommenen Einheit von Empfindung, Klangfarbe und Dynamik, wobei diese Synthese keine beabsichtigte und konstanteKonstruktion darstellt, eher entsteht diese als Ergebnis eines jeweiligen Moments. Die tiefe und reife Musikempfindungmotiviert den Künstler, stets nach den Ausdrucksmitteln zusuchen, die die Musik bereichern und lebendig machen. Er konzipiert die Registerkombinationen, um die optimale Klangfarbe und Tonselektivität zuerreichen, dosiert im ausgewogenen Maße die Lautstärke, setz tseine atemberaubenden technischen Fertigkeiten ohne Effekthascherei ein – alles im Dienste der Schönheit der Musikund ihrer Expressivität. Ein wahrhafter, geradezu bescheidenauftretender Meister seines Fachs, ganz im Dienste der Musik!
Die künstlerische Kreativität und profunde Musikkenntnis lassen den Organisten Laube als idealen Interpreten und zugleich als Erfinder erscheinen (der Notentext stellt, gerade bei der Orgel, ja nur ein vages Gerüst dar, das der jeweilige Interpret mit Inhalt füllen muss, indem er, den Raum und die Orgel berücksichtigend, die Werke jeweils neu und anders zumLeben zu erwecken versucht) – als einen Künstler, derAbsichten des Komponisten instinktiv erkennt, enträtselt und sie dann vollkommen glaubwürdig präsentiert.
So sind seine Konzerte jeweils ein Ereignis, das in seinerEinmaligkeit außerordentlich beeindruckend ist. Viele Zuhörerschätzen seine Fähigkeit, eine adäquate Einheit von Musik, Instrument und Raum herzustellen.
Der Eintritt ist frei, wir bitten um eine Spende!
Programm
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809.1847):
Sonate A-Dur, op. 65, 3
Variations Sérieuses, op. 54 (Transkr. Nathan Laube)
Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Aus tiefer Not schrei ich zu dir, BWV 686
Jehan Alain (1911-1940):
Deuxième Fantaisie
Charles Tournemire (1870-1939):
V. Triptyque (L'Orgue Mystique, op. 57)
Maurice Duruflé (1903-1986):
Prélude, Adagio et choral varié sur le "Veni creator", op. 4
